Die Geschichte des Geldes

Was ist die Geschichte des Geldes?

Das repräsentieren von wertvollen Gegenständen ist eines der frühesten Konzepte der Menschheit. Die Erfindung des Geldes liegt über 7.000 Jahre zurück. Geld gab es jedoch nicht immer in Form von Papier, Münzen oder Online-Banking. Hier werden wir unter anderem beleuchten was man unter dem Begriff ‚Wert‘ versteht, etwas über die Geschichte des Geldes lernen, Probleme mit unseren aktuellen Wertvorräten aufzeigen sowie die Einführung der Blockchain-Technologie erläutern.

die Geschichte des Geldes

Inhaltsverzeichnis

Der Beginn des Tauschhandels

Bereits um 9000 v. Chr. begannen Menschen mit dem Tauschhandel in Form von physischen Waren. Der Tauschhandel wurde erstmals im alten Ägypten erwähnt und diente vor allem den damals üblichen Handelswaren Getreide, Weizen und Vieh. Es entstand also ein rohstoffbasierter Tauschhandel von Waren, bevor physisches Geld, so wie wir es heute kennen, überhaupt existierte.

Einige der frühesten Agrargesellschaften nutzten den Tauschhandel während Jäger-und-Sammler-Gesellschaften eine Ökonomie des Schenkens betrieben. Hierbei werden Waren und Dienstleistungen ohne eine geforderte Gegenleistung angeboten. Die Ökonomie des Schenkens legt dafür Wert auf soziale oder immaterielle Belohnungen wie Karma, Ehre oder Loyalität. In einigen Fällen dient dies dazu Wertsachen innerhalb einer Gesellschaft zu verbreiten und weiterzugeben.

Es gibt viele Beispiele von frühen Gemeinschaften, die die Ökonomie des Schenkens dazu verwendet haben, darunter das Teilen von Nahrungsmitteln durch eine Jäger-Sammler-Gesellschaft oder Potlatch-Rituale, die von amerikanischen Ureinwohnern abgehalten wurden. Ein Potlatch ist im Wesentlichen eine Zeremonie, bei der Besitztümer verschenkt oder zerstört werden, um Wohlstand, Großzügigkeit und Ansehen zu demonstrieren. Warengeld entstand 3000 v. Chr., als die Mesopotamier eine auf dem Schekel basierte Volkswirtschaft entwickelten. Der Schekel stand für ein bestimmtes auf Gerstenkorn basiertes Gewicht.

Tauschhandel

Das Aufkommen von Münzen

Mit der Zeit begannen die Menschen weitere Formen von Geld zu entwickeln und zwar in Form von Münzen. Als Vorläufer von Münzen dienten andere physische Objekte. Beispielsweise begannen um 1200 v. Chr. Küstenregionen rund um den indischen Ozean damit Kaurimuscheln als Zahlungsmittel zu verwenden. Die erste offizielle Währung wurde von König Alyattes von Lydien eingeführt. Lydien befindet sich in der heutigen Türkei. In den folgenden Jahren bekam die Münze ein runderes und glatteres Design, hauptsächlich aus praktischen Gründen.

Der Abbau und Export von Silbermünzen hatte ebenfalls einen großen Einfluss auf die Entwicklung des Geldes. Es ist bewiesen, dass nachdem, Lydien 546 v. Chr. von den Persern erobert wurde, Münzen in Persien eingeführt wurden. Die Phönizier führten erst ab Mitte des 5. Jahrhunderts v. Chr. Münzen ein. Dies breitete sich sich rasch auf die Karthager aus, die Münzen in Sizilien einführten. Die Römer begannen erst 326 v. Chr. Münzen zu verwenden.

In China wurden Goldmünzen erstmals während der Qin-Dynastie (221 – 207 v. Chr.) standardisiert verwendet. Nach dem Sturz der Qin-Dynastie fügten die Han-Kaiser zwei weitere zusätzliche Zahlungsmittel hinzu: Silbermünzen und Geldnoten aus Hirschleder. Ein Vorgänger des in China erfundenen Papiergeldes. Gold und Silber sind in der Geschichte der Menschheit die am häufigsten verwendeten Zahlungsmittel. Obwohl auch andere Metalle zum Prägen von Münzen verwendet wurden, tauchten diese Arten von Münzen erst viel später auf. Dies ist auf die Tatsache zurückzuführen, das Gold seit Anbeginn einen inhärenten Wert besitzt und die Menschen dazu veranlasst den Goldstandard für Münzen beizubehalten, statt andere Metallarten voran zu treiben.

Das Aufkommen von Münzen

Papiergeld

Es dauerte bis zum 11. Jahrhundert bis Papiergeld zu einer akzeptierten Form des Geldes wurde. Erstmals wurde es während der Song-Dynastie eingeführt. Mit der Rückkehr von Marco Polos‘ Reisen aus Ostasien – speziell China – kam die Idee von Papiergeld nach Europa. Bis dahin wurde der Florin, eine Goldmünze aus Italien, verwendet. Die Münze war in ganz Europa verbreitet und wurde als Zahlungsmittel akzeptiert. Damit wurden der internationale Austausch und Handel von Waren gefördert.

Die Entwicklung der Banknote begann im 7. Jahrhundert. Ihre Wurzeln gehen auf Händlerbelege während der Tang-Dynastie (618 – 907) zurück. Händler und Großhändler versuchten die großen Mengen an Kupfermünzen bei Handelsgeschäften zu vermeiden. Aus Mangel an Alternativen begannen sie Schuldscheine zu schreiben, die Bestätigten das eine Person Geld oder Eigentum als Gegenleistung für einen Kauf erhalten hatte.

Wenn du möchtest, kannst du in Marco Polos Buch ‚The Travels of Marco Polo‘ alles über seine Erfahrungen mit Papiergeld nachlesen. Dieses Buch verbreitete die Idee der Papierwährung in Europa. Viele europäische Händler wollten die in China verwendeten Schuldscheine zu kopieren. Das Thema der Verwendung von eigentlich wertlosem Papier zur Darstellung von wertvollem Geld ist hier wichtig, da diese Schuldschreibungen als Vorläufer unserer heutigen Banknoten gelten.

Die erste Banknote wurde 1661 in Schweden ausgegeben. Viele Debatten wurden damals geführt und einige Beamte und Kaufleute sagten bereits voraus, dass das Papiergeld den Zusammenbruch des Währungssystems des Landes ankündigen würde. Allen Unkenrufen zum Trotz war die Einführung von Banknoten ein rascher Erfolg da sie die großen, schweren und leicht zu stehlenden Gold- und Silbermünzen ersetzten. Mit dem damals brandneuen Konzept von Papiergeld fehlten den meisten Ländern Gesetze, die regelten, wer Geld überhaupt drucken durfte. Gesetze, die das Fälschen von Münzen bestraften, wurden aktualisiert und damit auch das Fälschen von Banknoten verboten. Nur wenige Länder bestraften die Ausgabe ihrer eigenen Währung durch Fremde und so begann fast jeder der Zugang zu einer Druckmaschine hatte, Banknoten auszugeben.

Als Ergebnis wurde der Wert vieler Banknoten nahezu bedeutungslos. Der Wert einer Banknote wurde durch die Reputation des Emittenten und die Anzahl der Münzen, die sie Wert war, bestimmt. Manche Noten wurden nicht akzeptiert, da sie als wertlos erachtet wurden. Andere wiederum wurden nur mit einem Abschlag vom Wert der Banknote akzeptiert. Einige wenige Banknoten wurden tatsächlich mit einem höheren Wert als den eigentlichen Wert gehandelt, besonders wenn der Emittent angab, den Umtausch der Banknote mit bestimmten Mengen an Gold und Silber zu honorieren.

Papiergeld

Der ‚Goldstandard‘

Wie bereits erwähnt, war Gold in der Entwicklung des Geldes immer eines der am meisten verbreiteten Zahlungsformen weltweit. Nachdem Papiergeld zur beliebtesten Form des Zahlungsmittels aufstieg, kehrte Gold schließlich zurück, als die Länder begannen, den Goldstandard zu etablieren.

Der Goldstandard ist ein Währungssystem, bei dem die Währung oder das Papiergeld eines Landes einen Wert hat, der direkt mit dem physischen Wert von Gold verbunden ist. Mit dem Goldstandard einigten sich Länder darauf eine fixe Menge an Papiergeld in eine fixe Menge an Gold umzuwandeln. Ein Land, das den Goldstandard anwendet, legt einen fixen Preis für Gold fest und kauft bzw. verkauft das Edelmetall zu diesem Preis. Mit dem fixen Preis wird der Standardwert der Währung ermittelt.

Im Jahr 1816 wurde Gold zum offiziellen Wertstandard Englands, als die ein Pfund schwere Goldmünze namens ‚Sovereign‘ geprägt wurde. Die USA folgten kurz danach indem sie im Jahre 1879 Gold zu ihrem Wertstandard machten. Heutzutage wird der Goldstandard von keinem Land verwendet. Tatsächlich hörte Großbritannien 1931 auf den Goldstandard zu verwenden und die USA 1933. Der Goldstandard wurde durch Fiatgeld ersetzt. Fiatgeld ist ein Begriff, um die Währung zu beschreiben die vom jeweiligen Staat verwendet wird, und besagt dass die Währung als gesetzliches Zahlungsmittel akzeptiert werden muss.

Goldstandard

Die Ankunft der digitalen Währungen

Du bist vielleicht der Meinung das du dich mit der Ankunft der digitalen Währungen gut auskennst, aber wusstest du das die Idee der digitalen Währung bis ins Jahr 1860 zurückreicht? Western Union führte den ersten elektronischen Geldtransfer (EFT – electronic fund transfer) bereits 1860 durch und führte die Welt in die Möglichkeiten von digitalem oder elektronischem Geld ein. Für die nächsten Jahrzehnte führten eine verbesserte Infrastruktur und Technologie zur Entwicklung der ersten Kreditkarte, damals aus Karton, der Diners‘ Club Card, im Jahr 1950.

Da Kreditkarten immer beliebter und tragbare elektronische Geräte wie Handys immer häufiger wurden, wurde 1999 Mobile Banking in Europa eingeführt. Natürlich gab es noch keine iPhones oder Smartphones von Samsung wie heute, sondern Mobile Banking wurde mit primitiven Smartphones und der Hilfe eines persönlichen digitalen Assistenten (PDA) durchgeführt. Eine Form der digitalen Währung namens ‚ecash‘ wurde 1982 entwickelt, allerdings nie wirklich verwendet. Trotzdem hat ‚ecash‘ den Grundstein für zukünftige digitale Währungen wie ‚hashcash‘ gelegt.

Einer der frühesten Vorgänger der heute beliebtesten Kryptowährung Bitcoin (BTC) ist B-Geld. Dieses wurde 1998 vom Informatiker Wie Dai entwickelt, mit dem Ziel als ‚anonymes, verteiltes Geldsystem‘ zu dienen. B-Geld wurde jedoch nie eingeführt und bleibt ein Äquivalent zum heutigen Weißbuch. Es war allerding maßgeblich an der Entwicklung und Erstellung von BTC beteiligt. Bit Gold war eine weitere frühe Idee für digitales Geld, das von Nick Szabo vorgeschlagen wurde. Obwohl Szabo bereits 1998 über Bit Gold sprach, beschrieb er erst 2005 das System vollständig auf seinem Blog.

Die Ankunft der Digitalen Währungen

Moderne Kryptowährungen

Kryptowährungen haben in den letzten Jahren an Beliebtheit gewonnen und die Branche ist in Bezug auf die Anzahl der Nutzer und Firmen, die sich damit beschäftigen explodiert. Obwohl das Konzept von Bitcoin bis ins Jahr 2007 zurückreicht, hat es bis 2009 gedauert, bis die erste BTC-Transaktion stattfand. BTC hat in den darauffolgenden Jahren große Veränderungen und Fortschritte gemacht, um zu einer nutzbaren Kryptowährung zu werden. 2010 wurde schließlich das erste Mal ein Kauf in der realen Welt mit BTC getätigt. Dabei hat ein Programmierer aus Florida namens Laszlo Hanyecz angeboten eine Pizza für 10.000 BTC zu kaufen. Zum Zeitpunkt des Kaufes waren die 10,000 BTC ungefähr US$ 25 Wert, aber stelle dir vor wie viel Geld er verdient hätte, wenn er das Geld behalten hätte! US$ 60 Millionen. Eine ziemlich teure Pizza also.

Unzählige von neuen Kryptowährungen sind seither entstanden und haben sich auf dem stetig weiter wachsenden Markt ausgebreitet. Heute wimmelt es im Internet nur so von Gerüchten über Blockchain-Technologie und Kryptowährungen. Es scheint eines der heißesten Trends unserer Zeit zu sein. Während der letzten Jahre wurden viele Industrien von der Einführung von Kryptowährungen überrumpelt.

Digitale Währungen Pizza Tag

Wohin geht die Reise?

Der jüngste Popularitätsanstieg von Kryptowährungen hat der Welt gezeigt das es sehr gut möglich ist eine alteingesessene Industrie zu stören, nämlich die Finanzbranche. Das nächste Kapitel der Geschichte des Geldes spielt sich direkt vor unseren Augen ab und es bleibt uns überlassen ob wir sie mitgestalten oder die Gelegenheit vorbeiziehen lassen. Angesichts dessen, was sich ungefähr in den letzten fünf Jahren verändert hat, ist es schwer vorauszusagen wohin die Reise gehen wird und welche Form des Geldes in Zukunft die höchste Akzeptanz finden wird.

Der sogenannte ‚War on Cash‘ hat sich in den letzten Jahren beschleunigt und Zentralbanken wie Regierungen haben die Beseitigung von Banknoten mit hohem Wert gefordert. Während diese Anti-Bargeld Initiativen auch in westlichen Ländern vonstatten gehen, findet sich das anschaulichste Beispiel dafür in Indien.

2016 hat der indische Premierminister Narendra Modi quasi über Nacht 86 % der Banknoten mit einem Wert von 500 und 1.000 Rupien beseitigt. Während die ‚Dämonisierung‘ des Geldes in Indien einen schlechten Anfang nahm, glauben noch immer viele, dass sie damit langfristig Erfolg haben werden. Ungeachtet dessen behält der ‚War on Cash‘ eine unglaubliche globale Dynamik bei und wird wahrscheinlich ein weiteres wichtiges Kapitel in der Geschichte des Geldes bilden.

Der Tod des Papiergeldes

Conclusio

Vom tatsächlichen zum digitalen Gold, hat sich das Geld im Laufe der Zeit stark verändert. Geld ist global und eines der ältesten Objekte in der Geschichte der Menschheit. Es hat schon viele Formen, Größen und Farben angenommen und sich so mit der Zeit verändert. Heutzutage ändert sich das Geld weiter da in vielen Branchen Kryptowährungen auftauchen. Daher sind physisches Geld und Banknoten mit hohem Wert rückläufig und der Weg für digitale Währungen, die in Zukunft eine größere Rolle in der globalen Weltwirtschaft spielen werden, geebnet. Wer weiß, vielleicht werden wir in fünfzig Jahren von den guten alten Tagen sprechen, wenn wir über die Geschichte des Geldes reden.

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